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Die US-Pacific von Charly

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Ein Rad-Rohling

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Fertig bearbeitetes Rad

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Vernickelt und lackiert

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Der Rahmen

6

Das erste Mal im Gleis

7

Alle Achsen

8

Gussform Hinterrahmen

9

Zwei der rohen Zylinderblöcke

10

originalgeträu geändert

11

Der erste Test mit Luft

12

Steven dreht Rauchkammern

13

Ein Kamin

14

Toni beim Fräsen

15

Ein Kreuzkopf

16

Das Triebwerk

17

Mit Kessel

18

Drehgestell-Teile für Tender

19

Die Resonanz ist groß

20

Unser Stand

21

Gepackt für Sinsheim

22

2011 - die erste Fahrt

23

Ein unvergesslicher Tag

24

Ein glücklicher Charly

25

Albert als Lokführer in Aktion im August 2017

 
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Die US-Pacific von Charly

Ein Rad-Rohling

Fertig bearbeitetes Rad

Vernickelt und lackiert

Der Rahmen

Das erste Mal im Gleis

Alle Achsen

Gussform Hinterrahmen

Zwei der rohen Zylinderblöcke

originalgeträu geändert

Der erste Test mit Luft

Steven dreht Rauchkammern

Ein Kamin

Toni beim Fräsen

Ein Kreuzkopf

Das Triebwerk

Mit Kessel

Drehgestell-Teile für Tender

Die Resonanz ist groß

Unser Stand

Gepackt für Sinsheim

2011 - die erste Fahrt

Ein unvergesslicher Tag

Ein glücklicher Charly

Albert als Lokführer in Aktion im August 2017

 
 

Modellbau für Fortgeschrittene

Karl (Charly) Spenger beschreibt die Entstehung eines bei uns seltenen Modells - einer dampfgetriebenen, amerikanischen Pacific. In den USA wurden Pacific-Lokomotiven in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bei vielen Bahngesellschaften im Schnellzug- und Personenzugdienst eingesetzt.

Im Herbst 2001

Die Segelsaison ist zu Ende und das Schiff liegt hoch und trocken im Winterlager. Man müsste mal wieder etwas bauen, dachte ich und mir gingen verschiedene Dinge durch den Kopf. Was hatte ich früher so alles Gebaut: Schiffsmodelle, Flugzeuge und ja natürlich Eisenbahnen. Ich hatte als Kind eine HO Anlage und später eine N Spur. Dafür ist aber jetzt kein Platz mehr und eine Z Anlage in einer Schublade bauen will ich auch nicht. Da war doch mal jemand in meinem Bekanntenkreis, der eine kleine Lok (Köf) in größerem Maßstab baute, aus Messing, verlötet für Spur 1 oder so. Keine Ahnung wo der jetzt ist, aber Informationen kriegt man ja im Internet. Also mal auf die suche gehen.

 

 

Ein Plan

Nach einigem stöbern kam ich auf neue Worte und die hießen Livesteam und 5 Zoll, Das war etwas, das mich interessierte. Ich kam auf die Seite www.dampf-modell-bahn.de sie ist die beste die ich kenne. Aber kann ich so etwas bauen? Und die Preise für einen Bausatz! Man müsste mal einen Plan sehen, wie es gebaut wird. Also Plan bestellen und warten, was da kommt. Ich hab mir natürlich den Plan von der schönsten Lok bestellt, eine Amerikanische Pacific. Er kam und ich war fertig mit der Welt. 26 Pläne im Format A1 und so kompliziert, ab in die Ecke damit und nicht mehr dran denken.

 

 

Ein erster Lichtblick

Mein bester Freund Steven mit Frau kam zum Kaffeetrinken am Sonntag zu uns und ich erzählte ihm von dem Plan und zeigte ihn her. Als Maschinenbauer hat er natürlich Ahnung von der Materie. Den Plan studierte er lange und ausgiebig, dann meinte er nur: „so was hab ich auch noch nicht gebaut, aber möglich ist es schon“. Der eine oder andere Teil kann er mir ja gelegentlich drehen oder fräßen, meinte er, aber wenn, dann will er auch eine, dann bauen wir eben zwei. Bis zur Fertigstellung wird es wohl 5 bis 6 Jahre dauern. Der Weg ist das Ziel sagte ich, ich hab es nicht eilig.

 

 

Der Anfang

Eine schwierige Aufgabe ist schon mal die Anfertigung der Treibräder mit den Speichen und Ausgleichsgewichten. Als Rohmaterial hatte Steven Abfälle, die aus großen Platten herausgefräst wurden, in sehr guter Qualität (ST52). Aber um die Räder zu fräsen, braucht man auch eine Fräse und ein Programm. „Ein Kollege von mir hat eine Fräse zu Hause und ist auch ein Ass im Programmieren“ sagte Steven, „Ich rede mal mit ihm“. Eine Woche später kam er an und sagte „wir haben zwei Tage programmiert und ca. 2500 Sätze geschrieben, aber das Programm steht jetzt. Ach ja, Toni macht voll mit, wir bauen jetzt drei Loks“. Toni ist wirklich ein Ass im Programmieren (Mathematik ist sein Hobby), er macht alle Fräsarbeiten damit Steven alles auf seiner Drehbank machen kann. Aber was mache eigentlich ich? Steven meint: „keine Angst, es bleibt genug zu tun übrig“!

 

 

Die ersten Teile

Februar 2002: Ein Rad braucht fünfeinhalb Stunden auf der Fräse, das macht bei drei Loks mit je sechs Antriebsrädern, also achtzehn Rädern, fast hundert Stunden! Toni und Steven teilten sich die Arbeit an der Fräse. Dazu kam dann pro Rad eineinhalb Stunden auf der Drehbank und eineinhalb Tage Handarbeit mit Feile und Schmirgelpapier. Solche Prachtstücke dürfen keinesfalls rosten, also auch noch vernickeln. Wir sind uns einig, der „Point of no return“ ist damit schon überschritten. Für das erste Jahr hatten wir uns die Hauptrahmen mit den Treibachsen vorgenommen, aber das hatten wir schon im Sommer fertiggestellt. Nach einem Jahr standen die Loks auf allen Treibrädern und wir konnten mit einem Fahrgestell zum 7. Echtdampf-Hallentreffen nach Sinsheim fahren. Mein Segelschiff verkommt ein bisschen.

 

 

 

Gussteile

Für den hinteren Rahmen, den Hinterachsrahmen und die Zylinder wurden Gussformen angefertigt und in eine Gießerei gebracht. Die Rohlinge wurden dann auf der Fräse weiter bearbeitet. In jeden Zylinder kamen 144 Bohrungen, die meisten mit Gewinde. Nur die Kolbenringe wurden zugekauft. Die Schieberkastenführungen sehen auf dem Plan anders aus als auf Fotos vom Original. Das gefiel Steven nicht und er konstruierte das Teil neu nach dem Foto, was einen ganzen Rattenschwanz an Änderungen nach sich zog. Immer mehr Details wurden geändert. Wenn am Original Kronenmuttern zu sehen sind, dann müssen da natürlich Kronenmuttern hin und Steven fertigte ca. 70 M2 Kronenmuttern (gibt es nicht zu kaufen). Wir wurden richtige Nietenzähler.

 

 

Erste Bewegung

Ende April 2003 kam Bewegung in die Fahrgestelle. Sie liefen mit Pressluft alleine, was ein Grund für ein kleines Werkstattgrillfest war. Toni und Steven arbeiten fast jeden Tag an der Lok und schaukeln sich gegenseitig in der Detailverliebtheit hoch. Jede Bremsbacke hat zwei Beläge, jeder Belag hat vier Schrauben. Und erst die Lampen, so was gibt es nirgends zu kaufen. Für die Rauchkammer wurden genau die Nieten und Schrauben auf den Fotos gezählt. Sie ist aus V4A und es ist äußerst schwierig, in sie Gewinde zu schneiden. Der Sommer 2003 ist vorbei und die Rauchkammer hat noch kein Innenleben, aber einen Kamin und eine Tür mit Lampe und Nummer wie auf den Fotos vom Original. Wir bauen eigentlich alles nur noch nach Fotos. Aber vieles muss jetzt wieder zerlegt werden, um es zu Vernickeln und zu Lackieren. Ach ja, zum Segeln gehe ich nicht mehr so oft und das sieht man dem Schiff an.

 

 

Weihnachten 2003

Der Weihnachtsurlaub wird genutzt, um alles was wir bisher gebaut haben, wieder zusammen zu bauen. Wir freuen uns auf das große Hallendampftreffen in Sinsheim, wo wir eine Menge Leute treffen werden, die dem gleichen Hobby frönen. Nach dem wir im letzten Jahr nur mit einem Fahrgestell nach Sinsheim fuhren, nehmen wir zum 8. Hallendampftreffen alle drei Loks mit und man sieht auch schon ein gutes Stück mehr. Die Resonanz vom Publikum und den Kollegen war enorm. Schade war nur, dass wir mit unseren Loks noch nicht mitfahren konnten. Aber ein freundlicher Kollege nahm uns eine Runde mit. Bei so einem Treffen bekommt man doch gleich wieder einen gewaltigen Motivationsschub.

 

 

Sommer 2004

Ich bin nicht böse, dass der Sommer so nass ist. Zum Segeln kommen wir kaum, aber wir arbeiten an den Loks. Zwei der drei Kessel sind fertig geschweißt. Um mal wieder etwas anderes zu tun werkelt Steven an Verschraubungen mit den verschiedensten Gewinden und der Positionierung der Armaturen. Auch die Achspumpen werden installiert. Leider kommen eine lange Krankheit meinerseits und eine Kündigung von Stevens Werkstatt dazwischen. Wir haben eine neue Werkstatt, aber der Umzug und das Einrichten dauern. Toni macht Gussformen für die Drehgestelle vom Tender und den zukünftigen Waggons.

 

 

Es wird 2005

Diesen Januar haben wir keine Zeit, um mit den Loks nach Sinsheim zu fahren, aber für einen Tag reicht es. Wir haben viel Spaß daran, Bekannte zu treffen und neue Leute kennen zu lernen. Das Einrichten der neuen Werkstatt macht mehr Arbeit als wir dachten. Die Arbeit an den Loks zieht sich in die Länge. Aber ein wenig geht immer. Die Drehgestelle nehmen langsam konkrete Formen an und auch über Bremsen an den Vorlaufachsen wird nachgedacht. Die neue Werkstatt wird richtig gut. Die ganze Elektrik muss neu gemacht und auch ein Fenster gesetzt werden. So geht das Jahr zu Ende, ohne dass viel an den Loks gemacht wird. Wir fahren 2006 wieder nach Sinsheim, ohne Loks und nur für einen Tag.

 

 

2006 ein Sch........ Jahr

Steven rüstet seine Werkstatt auf. Sie muß Geld bringen und er nimmt mehr Aufträge an. Er spielt mit dem Gedanken, sich eine eigene Fräse zu kaufen. Toni plant einen Hausbau. Ich muß ins Krankenhaus und brauche eine neue Herzklappe. Dann kommt auch noch ein Schlaganfall dazu. Der Lokbau ist eingestellt. Ach ja, das Schiff. Es hat sich während eines Sturms losgerissen und ist schwer beschädigt. Ich hab`s verschenkt an einen Klubkammeraden. Alles im Leben hat seine Zeit.

 

 

2007

Steven bekommt eine sehr gute gebrauchte CNC-Fräse. Er hat beschlossen, seinen Kessel neu zu bauen. Jetzt ist er der Meinung, ein Kupferkessel ist besser als einer aus Edelstahl. Da meiner noch nicht verschweisst ist, gibt er mir seinen fertigen. Toni ist am Hausbauen und hat keine Zeit mehr für die Lok. Steven hat so viele Aufträge, daß er auch nicht mehr dazu kommt. Er fängt den Kupferkessel an, und da liegt er nun rum. Ich richte mir neben Steven`s Werkstatt eine eigene kleine Werkstatt ein.

 

 

2008

Das Jahr beginnt wie immer mit dem EDH in Sinsheim. Meine Werkstatt bekommt eine kleine Drehbank und eine alte Fräse. Ich baue alleine weiter, aber das zieht sich ohne die Profis. Eine Schmieranlage und eine Whorington Pumpe entstehen. Nebenbei baue ich eine kleine Feldbahnlok. In Freilassing ist inzwischen das Eisenbahnmuseum “Lokwelt” entstanden und es entsteht der Wunsch, dort eine Anlage in 5 und 7 1/4 Zoll zu bauen. Wir bekommen Freunde, die wir mit dem “Virus” angesteckt haben. Philipp und sein Vater bauen an einer E 44 508, Bertl ist Schnitzer und baut eine Dampflok aus Holz, für die ich einen E-Antrieb baue.

 

 

2009

Das letzte mal EDH in Sinsheim. An der “Lokwelt” entsteht ein Schienenkreis mit Abstellgleis. Bertl fährt mit seiner Holzdampflok und 2 Sitzwagen (Steven hat ihm vier Drehgestelle gebaut) Kinder im Kreis. Auch meine Feldbahnlok ist manchmal aktiv. Ich baue langsam weiter und die Lok wird das erste Mal angeheizt. Man kann nicht sagen, daß es problemlos ging. Das Wasser ließ sich nicht nachspeisen und wir mussten das Feuer löschen. Aber sie lief - und wie! Es ging weiter mit dem Führerhaus. Jetzt sieht sie schon richtig gut aus. Steven hat durch die “Kriese” auch wieder Zeit an seinem Kessel zu bauen, er hofft bis Weihnachten fertig zu sein. Dann will er mich auch wieder einholen. Nur bei Toni steht alles. Ein Haus macht viel Arbeit. Wir sind eine nette Gemeinschaft geworden und es hat sich eingebürgert, daß wir jeden Samstag um 15 Uhr zusammen in Stevens Werkstatt Kaffee trinken.

 

 

2010

EDH Sinsheim ist tot, es lebe EDH Karlsruhe. Im Keller der "Lokwelt" entsteht (dank Erwin) eine Westernbahn in LGB Spur. Ich baue langsam weiter. Steven baut eine funktionstüchtige Sandanlage für seine Lok und einige Kleinteile. Von Toni hört und sieht man nichts mehr. Ich mache mich über das Hauptbremsventil und alle möglichen Teile her. Außerdem lackiere ich die ganze Lok. Ende November findet in der "Lokwelt" das Modellbahnwochende statt. Auch ich stelle meine Baustelle aus.

 

 

2011 - 9. Mai

Rollout - der Geburtstag meiner Lok, die erste Fahrt. Die Lok hat noch kein Dach, die Handläufe sind nicht komplett, es fehlen noch Schilder und Schrift. Als Tender dient mein Sitzwagen von der Feldbahnlok, in den ich einen Wasserkanister eingebaut habe, aber sie fährt. Wir haben uns an der Lokwelt verabredet und alle kamen. Steven machte den Heizer, als genug Druck auf dem Kessel war, legte ich die Steuerung aus und gab vorsichtig Dampf auf die Zylinder. Dann fuhr ich die ersten Runden wie ein stolzer Vater. Steven übernahm dann und auch er hatte großen Spaß daran. Wir hängten dann noch einen Wagen an, so dass alle mitfahren konnten. Nacheinander versuchten sich alle als Lokführer. Es war ein Tag, den ich nicht so leicht vergessen werde.

Ein glücklicher Charly

 

 

2012

Nach einigen Abstimmungen am Fahrwerk, bekam ich auch das "Schleudern" in den Griff. Dann ging es an den Bau des Tenders. Die Kleinbahnfreunde Waldkraiburg luden zu ihrer 25 Jahr Feier ein und meine Lok fuhr unter großer Beachtung das erste Mal auf einer anderen Anlage. Vereinskamerad Albert (15 Jahre) fuhr die Lok den ganzen Tag. Auch beim Modellbahnwochenende in der Lokwelt fuhr er zwei Tage ohne Probleme. Er ist nun Hauptlokführer auf meiner Lok. Auch beim Tenderbau hilft er fleissig mit. Der Nachwuchs muß gefödert werden. Auch Erwin baut inzwischen eine BR 24. Ich hoffe, auch er berichtet hier über den Bau.

 

 

2017

Die Lok beförderte im August zahlreiche Gäste der Lokwelt im Rahmen von Alles unter Dampf über das Museums-Gelände. Albert übernahm natürlich wieder die Rolle des Lokführers und sorgte für einen sicheren Transport vor staunendem Publikum.

 

 

Es bauten Steven Ritoper, Anton Zenz und Karl Spenger

Fortsetzung folgt. Vielleicht.

 

 

Informationen zu Pacific-Schnellzug-Dampflokomotiven

https://de.wikipedia.org/wiki/Pacific_(Lokomotive)

 

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